Gastbeitrag von Studienrat Sigmund Mutznock, Castrop-Rauxel

Stück Wild jagenMorgendämmerung. Alles schläft. Nur ich bin wach. Schleiche mich in den Wald, schwer bewaffnet. Es ist ruhig. Hier und da hört man Regentropfen, die auf unberührten Boden fallen. Einige Vögelchen zwitschern. Ich kann sie nicht sehen, also leider nicht erschießen. Ich gehe weiter, erreiche eine Lichtung. Steige auf den Hochstand. Ansitzen. Ihr dummen Nicht-Jäger. Ihr wisst nicht, was in der Natur vorgeht. Aber ich weiß es: Fluktuation des Wildes. Bestände. Natürliches Gleichgewicht, durch Jäger wie mich geschaffen. Ich weiß alles über diesen Wald. Alles über die Tiere. Ich kenne alle Zusammenhänge. Ich bin, denn ich weiß. Ich bin Go…

Was ist das? Ein Stück Wild betritt die Lichtung, sieht sich vorsichtig witternd um. Ich erhebe mich langsam, lege an. In meinem Magen und meinem Schlüpfer rumort es. Ich zittere vor freudiger Erregung. Drüsentätigkeit. Schweißausbrüche. Ein Lüftlein will ans Tageslicht. Ich ignoriere den Drang. Das Knattern meines Enddarms würde das Stück Wild erschrecken.

Ich drücke meinen Reptierrevolver ab. Das herrliche Knallen der Jagdwaffe zerreißt die Stille. Der Schuss hat gesessen: der halbe Hinterlauf des Stück Wilds ist aufgeplatzt, eine Schlagader pumpt rhythmisch pochend Blut ins Freie. Es dampft. Das Stück Wild versucht sich humpelnd davonzumachen. Einfach grotesk! Ich lache aus vollem Halse über den ulkigen Anblick. Zwei, dreimal schlage ich mir gröhlend auf die Schenkel, dann verlasse ich in stolzer Haltung den Hochstand.

Nachsuche. Ich gehe auf das Stück Wild zu. Es ist seitlich umgefallen. Atmet heftig. Blickt mich mit vor Angst irrem Blick an. Das dämliche Vieh spürt: Hier kommt ein Hoher zu mir. Ein Jäger. Ein Wesen, das alles über mich und die Natur weiß. Auch mir wird in diesem Augenblick außerordentlich klar, wer ich bin. Ein Überwesen, ein Übergott. Nur ich – und die anderen Jäger – wissen über sämtliche Zusammenhänge dieser Welt Bescheid. Ein tiefes, hochzufriedenes Seufzen kommt aus meiner Kehle. Ich, der Herr über Leben und Tod. Ich, der Alleswisser und sich im Recht befindliche. Kein Wunder, dass in dieser Sekunde der winzige Kerl in meiner Hose zu pulsieren und zu wachsen beginnt. Ich verändere die Welt, bin Schicksal… Während ich erneut anlege, streckt sich mein ganzer Körper. Ich werde zu einer imposanten Erscheinung mit stolzgeschwellter Brust.

totgepirschtEs kracht. Der Glanz in den Augen des Stück Wilds erlischt schlagartig. Ich kann nicht anders. Ich gebe einen ohrenbetäubenden, urigen Schreilaut von mir. Ich bin nicht nur der Herr dieses Waldes – ich bin der Herr der Welt, wie ich nun erkennen muss.

Unglaublich. Was ich bin … ein Jäger … etwas überirdisch Schönes … alles, was der Mensch erreichen kann, das bin ich. Ich schreie immer noch. Glück, Glück und nochmals Glück durchströmt orgasmusartig meinen Jagdleib. Ich taumele hin und her, bis ich merke, dass ich mich selbst beschmutzt habe, denn alle Muskeln haben sich aufgrund des Freudenrausches arg entspannt. Ich genieße die herausströmende Wärme, die langsam meine Kniekehlen erreicht. Ein herber Männerduft erfüllt die Umgebung.

Ich schlitze das Stück Wild auf. Hole das dampfende Gedärm hervor. Dann werfe ich mir den blutenden, warmen Kadaver über meine Übermenschen-Schultern, trage es von dannen, bis hin zu meinem Rover. Am Abend werde ich, darauf freue ich mich, mit meinen Jagdfreunden ordentlich einen Saufen. Schließlich muss unser All-Wissen, unser All-Können gebührend gefeiert werden.

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Über Heribert Ranzmann

Ich bin ein Mann von echtem Schrot und Korn, und ein großartiger Jäger noch dazu!

Veröffentlicht am 15. Juni 2008 in Herrliche Jagd und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Büdel Jürgen

    Als ich diesen Kommentar gelesen habe viel mir sofort eines auf.

    Dieser „Mensch'“ hat keinen Respekt vorm Leben und Tod. Er bezeichnet sich als Übermensch, als etwas Höheres. Er spricht von einem Gefühl das ihn erregt.
    Er hat Spaß daran wenn einem Lebewesen der halbe Hinterkopf fehlt ….das Blut aus den Adern gepumpt wird und das Tier im gleichen Moment sehen kann wie der „Übermensch“ oder wie er sich beschreibt „etwas höheres“ kommt.

    Die Jagt ist nichts schlimmes und das töten gehört dazu wenn man Fleisch isst, aber solch ein Idiot wie dieser Author der sich als etwas höheres als Übermensch ansieht, der sich darauf aufgeilt wenn das noch lebende Tier Ihn sieht bevor er es hoffentlich erlöst dem sollte sofort die Waffe und alle Berechtigungen entzogen werden. Weiter sollte dieser Vollidiot auf 2 Beinen nicht einmal mehr Fische züchten dürfen.
    Es sind deutliche Anzeigen von einer massiven geistigen Störung erkennbar und mich würde nicht wundern wenn er im realen Familienleben ein unfähiger Partner Ehemann oder Vater ist.

    Eigentlich sehr bedauerlich für alle Menschen und Tiere die mit Ihm das Leben verbringen oder zum glück nur Lebenswege kreuzen….

    Mir fehlen die Worte dass solche debilen Menschen sich Jäger nennen dürfen.

    • Heribert Ranzmann

      Haben SIE denn Respekt vor Leben und Tod? Herr Mutznock ist zweifellos ein Lebewesen, und dennoch bezeichnen Sie ihn respektlos als Idioten. Es ist doch schön, wenn Herr Mutznock ein gesundes Selbstbewusstsein hat. Wenn er sich selbst als höheres Lebewesen sieht, ist das sein gutes Recht, genauso wie es sein gutes Recht ist, darüber zu schreiben. Außerdem: Wenn die Jäger keine Freude am Töten hätten, dann würden sie ihrer Passion gewiss nicht nachgehen – da erfahren Sie doch in diesem Artikel nichts Neues?! Im Übrigen ist ein Hinterlauf kein Hinterkopf, sondern eines der hinteren Beine. Sie sollten zudem mal an Ihrer Rechtschreibung arbeiten!

  2. Mit dieser Einstellung hat Herr „Übermensch“ Mutznock eindeutig jede Jagdberechtigung verspielt, Er ist eher ein „Unmensch“ als alles Andere. Ich frag mich manchmal was in solch kranken Köpfen vorgeht die jegliche Ethik und jeglichen Respekt vor dem Leben vermissen lassen. Bildet er sich wirklich ein etwas Besseres zu sein nur weil er eine teure Waffe besitzt, ohne die er wahrscheinlich ein kleines Nichts, ein Niemand ist? Mit der er nicht mal einen glatten Blattschuß landen kann, damit das Tier nicht leiden muß, Ich treue ihm allerdings auch zu dass er absichtlich einen nicht tötlichen Schuß setzt um seine Geilheit länger auskosten zu können. Solche Menschen haben in der Jagd nichts verloren und die, die das gutheissen genauso wenig. Sie sind der Grund warum die Jagd immer weniger Akzeptanz in der Öffentlichkeit hat!

  3. @ Mailo …. Recht hast du,….
    an den Verfasser: Ich haóffe nur Ihr Dienstherr leist diesen verächtlich Blog, offenbar hat das Knallen Ihrer Waffen Spuren im Oberstübchen hinterlassen, Sie sollten sich dringend ärtzlichen eingehenden Untersuchungen stellen.
    @Heribert, wenn’s Sarkasmus ist =Ok ….
    wenn nicht, dann wie an @Verfasser

    • Heribert Ranzmann

      Lieber Depp,
      Deine Meinung interessiert mich so oder so nicht. Ich lass‘ Deinen Legathenikermüll nur stehen, damit die Leute sehen, was für ein Trottel Du bist. Jetzt darfst Du Dich wieder in Dein schmuddliges Mauseloch verkriechen! Abmarsch!

  4. @…. wer die bewussten Schreibfehler findet, darf sie behalten …. damit auch ein wenig Platz bleibt, mich nunmehr anzugreifen, hehe

    • Heribert Ranzmann

      Behalte mal Deine Rechtschreibfehler besser für Dich, Du Loser. „Bewusste Schreibfehler…“ – das ich nicht lache … Seit wann haben Schreibfehler ein Bewusstsein? Nicht mal richtig formulieren kannst Du. Für Dich ist hier die Maus jedenfalls aus – hoffentlich geht das wenigstens in Dein Spatzenhirn.

  1. Pingback: Jäger erlegt die eigene Mutter und berichtet stolz davon im “Wild und Hund”-Forum! | Das deutsche Jäger-Blog

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