Die Dreckschwein-Familie

15 06 2008

Ich hocke auf dem Hochstand, die doppelläufige Uzi mit meinen wurstigen Greiffingern fest umschlossen. Es ist Frühdämmerung, aber mit meiner Nachtbrille sehe ich alles. Was ist das? Ein Geräusch! Es klingt, als ob meine Mutter aus ihrer Schnabeltasse schlürft. Nein, meine Mutter kann es nicht sein. Sie lebt im Altersheim und ich habe sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Vielleicht ist sie längst tot. Egal, ich habe jetzt Wichtigeres zu tun, als an diese nutzlose alte Frau zu denken. Ich beuge mich über die Reling … Dort unten, keine zehn Yards entfernt stehen Dreckschweine! Eigentlich heißen die borstigen Tiere Wildschweine, aber ich nenne sie im Stillen Dreckschweine. Was viele nicht wissen: Auch wir Jäger haben unseren Humor!
Es ist eine dreiköpfige Dreckschwein-Familie. Die Schweine-Frau nennt man „Zippe“, wegen der Nippel. Der Schweine-Mann heißt „Überläuferkeiler“, weil er manchmal über andere Zippen drüber geht. Dann noch ein „Fischling“. Das ist das Kind von Zippe und Überläuferkeiler. Die Wildschweinkinder stinken am meisten - daher „Fischling“.
Ich will die Dreckschwein-Familie erledigen, dazu bin ich fest entschlossen. Alle drei auf einmal will ich erschießen – so was nennt der Waldmann eine „Dublette“. Ich also hurtig über die Reling. Die drei Meter machen mir gar nichts aus. Katzen und Jägersleut’ kommen immer mit den Füßen zuerst auf, das wusste schon der alte Adam Riese. Nachdem ich den Kopf aus dem Morast gezogen habe, blicke ich mich verzweifelt um. Wo sind die Dreckschweine?
Aha, sie laufen gerade weg! Haben sie Lunte gerochen? Während ich darüber nachdenke, lege ich meine Smith & Wessen an. Sie ist sicherheitshalber mit Silberkugeln geladen. Man kann ja nie wissen. Mit meinem Ziel-Laser kann ich eigentlich nichts verfehlen. Trotzdem erschieße ich versehentlich einen Fliegenpilz. Na ja, kann mal passieren. Oder waren Sie etwa niemals jung?
Nun geht es weiter im Text. Ich renne hinter den Schweinen her. Fast haben sie das Unterholz erreicht. Das darf nicht geschehen! Im Wald darf ich sie nicht erlegen. Das wird uns Jägern vom BGB strengstens untersagt. Ich muss mich also beeilen. Spannung. Mein Herz rast. Kann ich es noch schaffen? Ich ziehe die Remington Steel durch, schieße meine Dublette. Folgendes passiert: Der Fischling wird „tranchiert“, das heißt in der Jägersprache: Es bleibt nichts von ihm übrig, außer Gulasch. Auch die zweite Kugel ist ein voller Erfolg. Der Überläuferkeiler, der Vater vom Fischling, wird „geständert“, das heißt, er kann nicht mehr weglaufen.
Aber die Zippe. Sie schlägt einen Haken (typisch für Rotwild), entkommt der Kugel und rennt zum Kartoffelfeld des Hackensteeder-Bauern, den ich vom Saufen her kenne. Waffenwechsel. Ich greife in meinen Köcher und tausche die Walther PKK gegen eine dreistufige Feldhaubitze. Die ideale Waffe, um quer über den Acker zu schießen. Drei Kartoffeln müssen dran glauben, bis die Sau (bzw. Zippe) liegt. Endlich sind sie alle tot. Die drei Dreckschweine habe ich an Ort und Stelle beerdigt. Die Kartoffeln für den Hackensteeder-Bauer wurden von mir bis heute nicht ersetzt. Ich möchte Sie, liebe Leser, bitten, diesbezüglich Stillschweigen zu bewahren. Danke.


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4 Antworten

5 08 2008
Quackelsack

Großartig geschrieben – musste echt lachen! Kann nur sagen, mach sie weiter fertig, unsere Jäger! Dieser nutzlose Haufen gehirnamputierter Schwachmaten gehört XXXX;)…Allerdings werden sie wissen, dieses zu verhindern, da Jäger mit dem Ausrotten ja so ihre Erfahrungen haben…

mfg

16 09 2008
lottalotter

ws ist _das_ denn? weiterlesen. befehl.

16 09 2008
Sauer

Wie kann aus einem Gehirn nur so ein Schwachsinn entstehen.
Alter, kauf Dich mal ne Tüte deutsch, hat mich auch geholfen…….
DU bist mit Sicherheit kein Jäger……………….

Note 6 ……………SETZEN!!!!!!!!!!!

29 10 2008
Udo

jooo schon sinnlos

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